ERP-Förderung: Digitalisierungsprämien und Kredite für KMU

In den letzten Jahren hat der Mittelstand beim Thema Digitalisierung rasant aufgeholt. Der Branchenverband Bitkom stellt fest, dass vier von fünf Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie verfolgen. Vor der Pandemie lag der Wert noch bei gut zwei Drittel.

Intelligente Tools und Anwendungen sind mittlerweile weit verbreitet, von Kollaborations- über CRM- bis hinzu ECM-Lösungen. ERP-Software (Enterprise Resource Planning) ist heute in jedem größeren Unternehmen zu finden – und nur noch etwa fünf Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen kommen ohne eine Planungssoftware aus.

Gerade diese Unternehmen laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren und Nachteile im Wettbewerb zu spüren zu bekommen. Denn besonders in unruhigen Zeiten – Lieferschwierigkeiten, Rohstoffknappheit, Inflation – zählt jeder noch so kleine Vorsprung. Die gute Nachricht für bisher Unentschlossene: Für die Einführung eines ERP-Systems gibt es attraktive Förderungen, um die digitale Transformation zu beschleunigen.

In die Digitalisierung investieren lohnt sich für den Mittelstand

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) investieren KMU im Durchschnitt 17.000 Euro pro Jahr in die Digitalisierung – für viele Unternehmen alles andere als Peanuts. Doch der Erfolg gibt denjenigen Recht, die mehr digitale Transformation wagen. Denn die Rheinische Fachhochschule Köln hat in einer Studie herausgefunden: Ein hoher Digitalisierungsgrad steigert den Geschäftserfolg im Mittelstand. Grund genug, mit einem smarten Cloud-ERP-System durchzustarten, finden auch das Wirtschaftsministerium, die Förderbank KfW und diverse Institutionen der Bundesländer. Deswegen haben sie Förderprogramme für ERP-Systeme aufgesetzt, mit denen die Kosten für Einführung und Betrieb sinken – so dass sich die Investition nach sehr kurzer Zeit mehr als bezahlt gemacht hat.

Welche Unternehmen gelten als KMU – und warum werden sie gefördert?

KMU steht für „kleine und mittlere Unternehmen“ in Wirtschaft und Handwerk. Dazu zählen Betriebe, die weniger als 250 Menschen beschäftigen und die weniger als 50 Millionen Euro Umsatz oder 43 Millionen Euro Gewinn pro Jahr erwirtschaften. Dazu zählen auch Einzelunternehmer*innen und Freiberufler*innen. Gut 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in KMU und sorgen für etwa 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Kein Wunder also, dass die Politik ein Interesse daran hat, Kleinbetriebe und Mittelstand zu fördern und dabei zu unterstützen, die Digitalisierung voranzutreiben: So bleibt die tragende Säule der Wirtschaft weltweit konkurrenzfähig. Förderprogramme treiben die digitale Erschließung neuer Märkte, die Verbesserung der IT-Sicherheit, die Etablierung aktueller IT- und Kommunikationstechnologien und die Einführung digitaler Geschäftsprozesse voran. Die Förderung von ERP-Software deckt einen wichtigen Teil davon ab.

Welche Arten von ERP-Förderungen gibt es?

Um KMU bei der Einführung von ERP-Systemen zu unterstützen, greifen die Institutionen auf Bundes- und Landesebene vor allem auf zwei Mechanismen zurück: ERP-Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, oder Darlehen zu deutlich vergünstigten Zinssätzen. Besonders beliebt sind die ERP-Zuschüsse. Je nach Programm gibt es zwischen 30 und 80 Prozent der förderfähigen Investitionssumme. Allerdings sind die ERP-Förderprogramme begrenzt – und einen gewissen Eigenanteil muss jedes Unternehmen leisten. Doch auch die zweite Variante rechnet sich für den Mittelstand: Die zinsgünstigen ERP-Darlehen von Bund und Ländern haben Laufzeiten von bis zu 20 Jahren. Das macht die Investition planbar und gibt mehr Sicherheit.

Bundesförderprogramm „Digital Jetzt“ unterstützt ERP-Investition

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt mit dem seit 2020 bestehenden Förderprogramm „Digital Jetzt“ mittelständische Unternehmen. Begünstigt sind KMU aus allen Branchen inklusive Handwerksbetriebe und freie Berufe mit drei bis 499 Beschäftigten, die Digitalisierungsvorhaben wie Investitionen in Soft- und Hardware oder in die Mitarbeitendenqualifizierung planen. KMU sollen ihre Investments in digitale Technologien vorantreiben und die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen vertiefen. Die Einführung eines ERP-Systems, das Prozesse vereinfacht und digitalisiert, mehr Effizienz in den Arbeitsalltag bringt und so die Wettbewerbsfähigkeit steigert, zählt klar zu den Förderzielen.

Möglich ist die ERP-Förderung des Bundes bei Betriebsstätten oder Niederlassungen in Deutschland. Bei der Beantragung ist eine Beschreibung des gesamten Digitalisierungsvorhabens inklusive der Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen einzureichen. Auch müssen der derzeitige Stand der Digitalisierung und die Ziele des Investitionsvorhabens angegeben werden. Eine ERP-Förderung gibt es nur dann, wenn das Vorhaben vor der Antragstellung noch nicht gestartet wurde, und innerhalb von einem Jahr nach Bewilligung umgesetzt wird. Maximal 50.000 Euro ERP-Förderung sind möglich.

Informationen zum Förderprogramm „Digital Jetzt“ gibt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Regionale Digitalisierungsförderung in den Bundesländern und Stadtstaaten

Kommt eine Bundesförderung für das neue ERP-System nicht in Frage? In vielen Fällen kein Problem – die Bundesländer und Stadtstaaten bieten eigene Förderprogramme für KMU an. Die Digitalisierungsförderung in den Ländern ist allerdings sehr unterschiedlich geregelt. In manchen Bundesländern wird die ERP-Software gefördert, in anderen die Qualifizierung, andernorts ist im Moment gar kein Förderprogramm verfügbar.

Ein kurzer Überblick:

ERP-Förderung in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen

Kleine Unternehmen (bis 20 Mitarbeitende) mit Sitz in Schleswig-Holstein können sich für das Förderprogramm DigiBonus II bewerben und zwischen 5.000 und 17.000 Euro Zuschuss für die Einführung eines ERP-Systems erhalten. Mecklenburg-Vorpommern begünstigt die ERP-Neueinführung für KMU mit dem Förderprogramm DigiTrans. Hier sind Fördersummen zwischen 8.000 und 20.000 Euro möglich. In Niedersachsen bietet die NBank das Niedrigschwellige Innovationsförderprogramm für KMU und Handwerk (nIFP) an. Gefördert werden zum Beispiel Vorhaben zur Entwicklung und Umsetzung von Prozess- und Organisationsinnovationen mit bis zu 35 Prozent der Gesamtkosten.

ERP-Förderung in Hamburg und Bremen

Hamburg unterstützt die digitale Transformation mit dem Förderprogramm Hamburg Digital. Gefördert werden Beratungsleistungen mit 50 Prozent (bis 5.000 Euro) sowie Investitionsvorhaben mit 30 Prozent (bis 17.000 Euro). Das Programm richtet sich an KMU sowie an freiberuflich Tätige. Der Stadtstaat Bremen fördert momentan lediglich die Beratung mit einem Anteil von 50 Prozent (bis 5.000 Euro) über das Beratungsprogramm zu Digitalisierung und Arbeit 4.0.

ERP-Förderung in Berlin und Brandenburg

Das Förderprogramm Berlin Mittelstand 4.0, mit dem auch eine ERP-Förderung möglich war, ist momentan ausgesetzt. Für KMU mit Sitz in Brandenburg bietet die Investitionsbank ILB den Brandenburgischen Innovationsgutschein (BIG) an. Vor der Beantragung muss ein Beratungsgespräch mit der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH stattfinden – was angesichts des komplexen Förderprogramms sehr sinnvoll erscheint.

ERP-Förderung in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen

Der Freistaat Sachsen förderte bis vor kurzem die Einführung eines ERP-Systems über das Programm E-Business, allerdings sind die Fördermittel ausgeschöpft und Anträge sind nicht mehr möglich. Ähnlich sieht es in Sachsen-Anhalt aus: Für das Programm DIGITAL INNOVATION können wegen hoher Nachfrage keine Anträge mehr gestellt werden. Auch in Thüringen gilt ein Antragstopp, der Digitalbonus kann bis auf Weiteres nicht in Anspruch genommen werden.

ERP-Förderung in Nordrhein-Westfalen

In NRW gibt es über das Förderprogramm Mittelstand Innovativ & Digital Gutscheine für Beratung, Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Zusätzlich gibt es über das Programm MID-Invest einen ERP-Zuschuss von maximal 25.000 Euro im Losverfahren. Über die NRW.BANK sind zudem Darlehen für Digitalisierung und Innovation für bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

ERP-Förderung in Hessen, in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Digitalisierung stärken –Transfer leben ([email protected]) heißt das Digital-Förderprogramm in Hessen. In vier Förderlinien werden KMUs bei der digitalen Transformation unterstützt, Förderlinie 2B deckt auch die Einführung eines ERP-Systems ab. Sechsstellige Fördersummen sind dabei möglich. Der DigiBoost in Rheinland-Pfalz gilt für KMU bis 100 Mitarbeitende, die Höhe des Zuschusses hängt von der Größe des Unternehmens ab und ist bei 15.000 Euro gedeckelt. Auch das kleinste Flächen-Bundesland investiert in die Digitalisierung seiner Betriebe: KMU erhalten im Saarland bis zu 12.500 Euro Förderung bei der Einführung eines ERP-Systems und anderen Digitalisierungsvorhaben über das Programm DigitalStarter.

ERP-Förderung in Baden-Württemberg

Im Südwesten haben KMU eine große Auswahl von Fördermöglichkeiten: Der Innovationsgutschein Hightech Digital mit ERP-Förderungen von bis zu 20.000 Euro, die Innovationsgutscheine A und B mit Fördersummen von bis zu 5.000 Euro und die Digitalisierungsprämie Plus als Zuschuss von bis zu 12.000 Euro sorgen für einen kräftige Digitalisierungsschub im Ländle. Zudem gibt es diverse Darlehen, etwa die Innovationsfinanzierung 4.0, die Wachstumsfinanzierung und die Digitalisierungsprämie Plus als Darlehen. Auch eine Kombination verschiedener Programme ist möglich.

ERP-Förderung in Bayern

Bayern bietet als Förderung für die ERP Einführung den Digitalbonus an. Es gibt zwei Ausprägung: Der Digitalbonus Standard deckt die Optimierung von Geschäftsprozessen ab, ein Zuschuss von bis zu 10.000 Euro für KMU ist möglich. Der Digitalbonus Plus ist für besonders innovative Vorhaben gedacht und sieht eine Förderung von bis zu 50.000 Euro vor. Darüber hinaus lässt sich ein Digitalkredit nutzen.

Bundesweite KfW-Kredite für die ERP-Einführung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die bundesweite Förderbank, die Privatpersonen und Betriebe gleichermaßen unterstützt. Auch für die Digitalisierung im Mittelstand bietet die KfW zinsgünstige Darlehen an. Ausgelaufen ist der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit, allerdings sind weitere Digital-Darlehen möglich – etwa die ERP-Mezzanine für Innovation mit Zinssätzen ab 0,33 Prozent.

Auch Beratung und Schulungen zu ERP sind förderfähig

Neben der Einführung eines ERP-Systems werden bundesweit auch Beratungs- und Schulungsangebote hierzu gefördert. Unklar ist derzeit, ob das Beratungsprogramm go-digital des BMWK weitergeführt wird. Alternativ bietet sich das Programm Förderung unternehmerischen Know-hows des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle an.

 

Stand: Juni 2022

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